Arbeitgeber informierten sich über Möglichkeiten der Fachkräftegewinnung
Kreis Gütersloh. Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeier zu halten und zu gewinnen wird für viele Unternehmen aufgrund der demografischen Entwicklung immer wichtiger, denn Deutschland und damit auch der Kreis Gütersloh steuert auf einen Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften zu. Im offenen Dialog zwischen Agentur für Arbeit, Jobcenter Kreis Gütersloh, dem Lokalen Bündnis für Familie und Arbeitgebern sowie zahlreichen Personalverantwortlichen wurde deshalb im Rahmen eines Arbeitgeberfrühstücks bei der Volksbank Gütersloh intensiv darüber diskutiert, wie sich trotz Nachwuchskräftemangels ein Vorsprung bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften schaffen lässt.
Denn bereits heute machen sich Engpässe in bestimmten Branchen bemerkbar, nicht nur bei Ingenieuren, sondern auch bei anderen Berufsgruppen mit technisch-naturwissenschaftlichem Bildungshintergrund, im Baugewerbe, im Handel, dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie dem verarbeitendem Gewerbe. Der Arbeitsmarktmonitor der Bundesagentur für Arbeit sowie weitere aktuelle regionale Statistiken belegen, dass sich die Situation in den kommenden Jahren verschärfen wird. Bei zeitgleichem Bevölkerungsrückgang wächst der Bedarf an gut ausgebildeten Beschäftigten.
Berufsausbildung und großes Potenzial an Fachwissen
"Damit sich der prognostizierte generelle Mangel an Fachkräften nicht zu einem ernsthaften Innovations- und Wachstumshemmnis entwickelt, ist es für die Arbeitgeber im Kreis Gütersloh ganz besonders wichtig, sich mit alternativen Strategien darauf vorzubereiten", so Olaf Stolte vom Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Gütersloh. "Durch die Rekrutierung arbeitslos gemeldeter alleinerziehender Personen, die oft neben einer abgeschlossenen Schul- oder Berufsausbildung über ein großes Potenzial an Fachwissen verfügen, könne man der schmerzlichen Fachkräftelücke entgegenwirken und die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens stärken."
40 Prozent der Alleinerziehenden suchten eine Vollzeitbeschäftigung. Und zwar überwiegend im Waren- und Dienstleistungsbereich, in Fertigungs-, Verwaltungs- und Büroberufen. Deshalb sei es ganz besonders wichtig, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die die Vereinbarkeit zwischen beruflichen und privaten Anforderungen fördere, so Gabriele Hiltl, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt.
"Von einer familienbewussten und lebensphasenorientierten Personalpolitik profitieren jedoch nicht nur die Arbeitnehmer. Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern die wichtige Balance zwischen Kindererziehung, Pflege und Beruf ermöglichen, verbuchen viele betriebswirtschaftliche Vorteile. Denn Familienfreundlichkeit ist weit mehr als eine Strategie gegen demografischen Wandel und Fachkräftemangel: Sie fördert Motivation und Identifikation, Sinnerfüllung und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter. Darüber hinaus stärkt sie Arbeitgeber im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte und steigert die Kundenbindung", betonte Carina Stöckl, die Koordinatorin des Lokalen Bündnis für Familie im Kreis Gütersloh.
Das bestätigte auch Cornelia Hoffmann, Personalbetreuerin der Volksbank Gütersloh, die von der komplett überarbeiteten Personalstrategie der Bank berichtete. Die neue Strategie ermöglicht den Angestellten in vielerlei Hinsicht mit teils unkomplizierten und kostengünstigen Regelungen diese wichtige Balance: "Durch die gleitende Rückkehr der Eltern aus der Elternzeit fällt beispielsweise der Fortbildungsaufwand geringer aus. Wir verzeichnen einen Rückgang familienbedingter Fehlzeiten und eine deutlich geringere Fluktuation von Mitarbeitern." Aber neben diesen quantifizierbaren Effekten, gebe es auch weiche, qualitative Effekte: So werde die Arbeits- wie auch die Lebenszufriedenheit der Mitarbeiter positiv beeinflusst, die Bereitschaft und Möglichkeit von Eltern, Karriere zu machen, unterstützt; das Betriebsklima verbessert und die Bindung an das Unternehmen wesentlich gestärkt. Auch werde dieGewinnung neuer Mitarbeiter über ein familienbewusstes Unternehmensimage erleichtert.
Interessierte Arbeitgeber erhalten Informationen, auch zu Fördermöglichkeiten, bei:
Olaf Stolte Teamleiter Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Gütersloh
E-Mail: guetersloh.arbeitgeber(at)arbeitsagentur.de
Telefon: 05241-861-150
Hilde Knüwe Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt/SGB II
E-Mail: Hilde.knuewe(at)gt-net.de
05241/ 85 ? 4463
Gabriele Hiltl Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt/SGB III
E-Mail: bielefeld.bca(at)arbeitsagentur.de
Telefon: 0521 587-1166 www.arbeitsagentur.de
Weitere Informationen zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf:
Carina Stöckl Lokales Bündnis für Familie im Kreis Gütersloh
E-Mail: carina.stoeckl(at)pro-wirtschaft-gt.de
Telefon: 05241 851092
Vor dem Hintergrund der Fachkräftediskussion und der besonderen Herausforderungen, der sich auch Alleinerziehende auf dem Arbeitsmarkt stellen, initiierte die Agentur für Arbeit Ende 2009 den Arbeitskreis "Alleinerziehende". Beteiligte Akteure sind:
Zielsetzung ist, die Handlungsbedarfe für Alleinerziehende im Kreis Gütersloh zu analysieren und durch gezielte, effektive Angebote die Integration in das Erwerbsleben zu verbessern. Im Mittelpunkt steht der Personenkreis der Alleinerziehenden in beiden Rechtskreisen und die Arbeitgeber im Kreis Gütersloh. Alleinerziehende und Arbeitgeber sollen durch eine Reihe von Veranstaltungen Gelegenheit zur Zusammenkunft gegeben werden, um gegebenenfalls freie Arbeitsstellen in Unternehmen mit qualifizierten und motivierten Wiedereinsteigern zu besetzen sowie den arbeitsuchenden Alleinerziehenden neue Beschäftigungschancen und Verdienstmöglichkeiten zu eröffnen.