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27.01.2012: Nicht jammern - machen!

Dr. Henning Scherf erzählt von den positiven Seiten des Älterwerdens

Aktives Altern: (v.l.) Elisabeth Bauer (Konrad-Adenauer-Stiftung), Albrecht Pförtner (pro Wirtschaft GT), Dr. Henning Scherf, Landtagsabgeordnete Ursula Doppmeier und Nikola Weber (Europe Direct Kreis GT) eröffneten für den Kreis Gütersloh das Europäische Themenjahr 2012.

Kreis Gütersloh. Der Mann ist viel unterwegs gewesen in den letzten Tagen: In Witten, Essen oder Dortmund hat er in Kirchen, Alten-WGs oder vor Seniorenbeiräten gelesen oder gesprochen. In Gütersloh hat Dr. Henning Scherf sein Publikum im Kreishaus gefunden. Rund 350 Menschen waren gekommen, um sich vom ehemaligen Bremer Bürgermeister und Deutschlands "berühmtesten Alten" inspirieren zu lassen. "Es sind nie Jammer-Veranstaltungen, die ich erlebe. Ich entdecke neugierige Menschen, die mit dem Alter positiv umgehen möchten", sagte Scherf.

Eine Lesung aus seinem aktuellen Buch "Wer nach vorne schaut, bleibt länger jung" war für Gütersloh angekündigt. Doch Scherf entschied sich spontan dazu, sein Publikum mit Anekdoten aus seinem Leben zu begeistern und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Der Austausch, die Diskussion, die Nähe zum Publikum - das liegt dem 75-Jährigen. Seine Botschaft: Nicht jammern ? machen. Nach der Berufstätigkeit ist das Leben nicht vorbei. Jetzt habe man erst recht die Möglichkeit, sich zu engagieren. "Jeder muss sein Leben selbst gestalten, zwischen Menschen sein, Lebendigkeit erleben", ist er überzeugt.

Scherf war auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Europe Direct Informationszentrums Kreis Gütersloh nach Gütersloh gekommen. Die Veranstaltung war für das Europe Direct der Auftakt des Europäischen Themenjahrs des aktiven Alterns und der Solidarität der Generationen. "Es ist toll, dass wir das Themenjahr so prominent anfangen und das Thema so attraktiv aufgreifen können", freute sich Nikola Weber vom Europe Direct. ?Wir wollen zeigen, dass Europa nicht irgendwo in Brüssel passiert.?
Und was vor Ort im Kreis Gütersloh geschieht, interessierte dann auch nicht nur die Generation über 60. Auch viele jüngere Gesichter waren im Publikum zu sehen und bestätigten die Vermutung der Landtagsabgeordneten Ursula Doppmeier, die die Veranstaltung moderierte, dass Scherf "auch den Jüngeren die Angst vorm Altern nehmen kann".

"Wir sind Glückspilze, weil wir 30 Jahre mehr Lebenszeit haben als die Generationen vor uns. Das sind geschenkte Jahre!" rief Scherf seinem Publikum zu. Und diese Jahre könne man sinnvoll mit ehrenamtlichem Engagement nutzen. Er selbst singt beispielsweise im Chor, ist sogar Präsident des Deutschen Chorverbandes und liest regelmäßig in einer Grundschule vor. Nachdem Scherf so eindrucksvoll und lebendig geschildert hat, welche Möglichkeiten es gibt im Alter aktiv zu sein, sollte es nicht verwundern, wenn ein Großteil der Zuhörer sich am nächsten Tag aufgemacht hat, um diese Möglichkeiten zu entdecken.
 


 
Hintergrund: Das Europäische Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität der Generationen


 
Gemeinsam mit dem Europäischen Parlament und auf Vorschlag der EU-Kommission hat der Europäische Rat das Jahr 2012 zum ?Europäischen Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen? ausgerufen. Die Initiative soll bessere Beschäftigungsmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen für die zunehmende Zahl älterer Menschen in Europa schaffen, ihnen helfen, eine aktive Rolle in der Gesellschaft zu übernehmen und ein gesundes Altern fördern.

Das Themenjahr soll vor allem die Aufmerksamkeit auf das Thema richten und einen Austausch über gute Praxisbeispiele anregen. Politische Entscheidungsträger und weitere relevante Akteure sollen zur Förderung des aktiven Alterns ermutigt werden.

Das Europe Direct Informationszentrum Kreis Gütersloh hat dazu ein sogenanntes "Factsheet" herausgegeben. Auf zwei Seiten gibt es Informationen über das Themenjahr und dazu passende Initiativen und Projekte im Kreis Gütersloh. Das Informationsblatt kann bestellt werden unter der Telefonnummer 05241 851403 oder per Mail an info(at)europedirect-gt.de. Außerdem gibt es die Möglichkeit zum Download auf www.europedirect-gt.de.
 

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