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3. Juni 2009: Innovationsschub durch Kundenintegration

Rund 40 Teilnehmer besuchten den Innovations.Kreis.GT bei Röhr-Bush.

Innovations.Kreis.GT zu Gast bei Röhr-Bush

 

Am 3. Juni 2009 hatte die pro Wirtschaft GT zur vierten Veranstaltung der Transferreihe "Innovations.Kreis.GT" in die Räume der Röhr-Bush GmbH & Co. KG in Rietberg eingeladen, wo sich rund 40 Teilnehmer über den "Innovationsschub durch Kundenintegration" informierten. Die proaktive Kundenintegration in den Entwicklungsprozess, also das frühzeitige, initiative Einbeziehen von Wünschen und Bedürfnissen potenzieller Kunden, wird häufig bei der Entwicklung und Optimierung von Produkten vernachlässigt.

 

Helmut Roth, Geschäftsführer der Röhr-Bush GmbH & Co. KG

Nicht so bei Röhr-Bush. Hier steht die Philosophie "Costumer Focus ist all" ( "Der Kunde steht im Mittelpunkt") im Vordergrund. "Wir wollen Wohn- und Arbeitsräume emotional aufladen und das Leben darin zum Erlebnis werden lassen. Deshalb stellen wir den Endverbraucher in den Mittelpunkt unserer Überlegungen und beachten seine Bedürfnisse", sagte Helmut Roth, Geschäftsführer der Röhr-Bush GmbH & Co. KG. Um zum Beispiel die Wünsche der Jugendlichen und. Kinder zu erkennen, wurden in einem ersten Schritt Trendstudien wie die "Bravo Jugendstudie", "Trendbarometer" oder "Shell Studie" analysiert. Anschließend wurden Mitarbeiter, Eltern, Jugendliche und Kinder zu ihren Vorstellungen befragt und direkte Gespräche gesucht. Nach der Auswertung der Ergebnisse wurden entsprechende Möbel gebaut und einem "Real-Life-Test" unterzogen. Über zwei Tage hatten die Kinder die Möglichkeit probeweise in "ihren Zimmern" zu leben. So entstand bei Röhr das "mobiline" Konzept, dass die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen widerspiegelt.

 

Prof. Dr. Barbara Schwarze, Professorin für Gender und Diversity Studies an der Fachhochschule Osnabrück.

Diese Ansicht einer stärkeren Kundenintegration unterstützt auch Prof. Dr. Barbara Schwarze, Professorin für Gender und Diversity Studies an der Fachhochschule Osnabrück, "Wir werden weniger, weiblicher, älter, bunter und globaler." Daher sei es von besonderer Bedeutung, Vorurteile zu überwinden, stereotypes Denken zu vermeiden, Trends zu beachten und sich die Vielfalt der Menschen vor Augen zu führen. Warum soll es nicht auch Akkuschrauber für die Handtasche der Frau geben oder Staubsauger mit Turbinendüsen für Männer? Schwarze unterstrich dabei, dass schon während des Studiums die verschiedenen Sichtweisen mit einzubeziehen seien.

 

Prof. Dr.-Ing. Thomas Derhake, Leiter des Labors für Produktentwicklung und CAE an der Fachhochschule Osnabrück.

Der anschließende Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Thomas Derhake, Leiter des Labors für Produktentwicklung und CAE an der Fachhochschule Osnabrück, unterstrich die Intention von Schwarze. Er berichtete unter anderem von seinen Erfahrungen mit den Ingenieuren aus der Maschinenbaubranche." Viele Ingenieure denken zu technisch. Sie entwickeln Maschinen auf einem technisch sehr hohen Niveau, die aber oft nicht praxisgerecht sind. Dies führt dazu, dass mehr als 50 Prozent der Neuprodukteinführungen nicht die Wünsche der Käufer erfüllen und wieder vom Markt genommen werden müssen. Denn letztendlich ist es der Endverbraucher, der die Entscheidung zum Kauf trifft", sagte Derhake.

 

Thomas Derhake (FH Osnabrück), Prof. Barbara Schwarze (FH Osnabrück), Dr. Andrea Kaimann (pro Wirtschaft GT) und Helmut Roth (Röhr-Bush) (v.l.) fragten: Was will der Kunde?

In der anschließenden Diskussionsrunde stellte Dr. Andrea Kaimann, Organisatorin der Transferreihe bei der pro Wirtschaft GT, die Frage, in wieweit Kundenintegration auch bei der Entwicklung von Industriegütern von Bedeutung sei. Derhake erläuterte hierzu, dass sie sehr wichtig sei, da durch die frühe Integration des Kunden gezielt Rückschlüsse auf bestimmte Anforderungen gezogen werden können. Durch stärkere Rücksichtnahme auf den Umweltkomfort sei es zum Beispiel möglich, den Lärmpegel und die Schwingungen der Maschinen zu reduzieren. Als weitere wichtige Größe bei der Entwicklung im Anlagenbau verwies Derhake auf die anthropometrische Gestaltung. Hierbei werden bereits bei der Konstruktion beispielsweise einer Maschine oder eines Produktes die räumlichen Gegebenheiten beziehungsweise die Umgebungsbedingungen berücksichtigt und an den Körperbau des Menschen angepasst, der das Produkt später bedient. Einfacher gesagt, "eine Maschine für einen kanadischen Holzfäller sollte sich von der Maschine für eine junge Chinesin unterscheiden!", so Derhake.

 

Ansprechpartnerin bei der pro Wirtschaft GT zu diesem Thema ist Dr. Andrea Kaimann, Tel. 05241-851091.

 

Ihre Ansprechpartnerin

Dr.-Ing. Andrea Kaimann

Tel.: 05241/85-1091

E-Mail: andrea.kaimann(at)pro-wirtschaft-gt.de

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