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Nachbericht zum Modul 4: Open(ed) Innovation

28. September 2010, 17 Uhr, Jung Pumpen GmbH, Steinhagen

Mit dem Kunden zum innovativen Produkt
Innovations.Kreis.GT zu Gast bei Jung Pumpen in Steinhagen

Wie kann man seine Kunden am besten in die Entwicklung neuer Produkte einbeziehen? Dies war das Thema des Innovations.Kreis.GT, der auf Einladung der pro Wirtschaft GT in der letzten Woche im Technikum der Firma Jung Pumpen in Steinhagen stattfand. "Sich auch bereits während des Entwicklungsprozesses nach außen zu öffnen ist eine große Chance für Unternehmen" so Dr. Andrea Kaimann, Organisatorin des Innovations.Kreis.GT. "Die Referenten haben uns auf anschauliche Weise gezeigt, das Ideen und Potenziale von Kunden, aber auch die differenzierte Analyse von Nutzungsprozessen durch Dritte, zur Basis von Produktinnovationen werden, und das nicht nur bei großen Unternehmen" stellt Dr. Kaimann fest.

Zur Eröffnung des Abends stellte Frank Erdt, Geschäftsleiter Vertrieb und Marketing der Firma Jung Pumpen, den rund 70 Teilnehmern das gastgebende Unternehmen vor. "Wir machen 'Made in Germany' und meinen das auch", betonte er. Firmenpolitik sei es, die Produktion so lokal wie möglich zu halten, obwohl die Firma inzwischen zu einem weltweit agierendem Konzern gehört. Dies mache sich auch wirtschaftlich bezahlt, so sei man im stetigen Wachstum und plane den Umstieg von Zweischicht auf einen Dreichschicht-Betrieb.

Jens Höwener, zuständig für das Innovationsmanagement bei der Firma Jung Pumpen, stellte in seinem Vortrag vor, wie Jung Pumpen mit dem Thema "Open Innovation" umgeht. Ein Beispiel waren die "TecDays", an denen im Rahmen eines eintägigen Workshops sogenannte "Lead User" zusammen mit Unternehmensmitarbeitern neue Produktideen erarbeiten. Der Erfolg dieser TecDays steht für Herrn Höwener außer Frage: "Am Ende eines jeden TecDays standen neben innovativen Produktideen bisher nur zufriedene Teilnehmer. Ab einer gewissen Größenordnung von Entwicklungsprojekten wird der TecDay nun als Standardinstrument zur Entwicklung neuer Produkte eingesetzt."
Ein zweites Beispiel aus dem Hause Jung Pumpen ist die Internetplattform "Jung Tube", dort finden unter anderem Umfragen und Diskussionen statt, bei denen Kunden Ideen einbringen und Kritik üben können. Die Anregungen in "Jung Tube" fließen dann in die Entwicklung neuer Produkte ein.

"Ein Produkt ist erst dann innovativ, wenn es sich auch wirtschaftlich verwerten, also verkaufen, lässt", so die Aussage von Prof. Dr.-Ing. Thomas Derharke von der FH Osnabrück. Es reiche nicht aus, eine technische Neuheit zu entwickeln, es müsse auch ein Bedürfnis bei den Kunden für dieses Produkt bestehen. Diese Bedürfnisse zu identifizieren sei also der erste Schritt bei der Entwicklung eines neuen Produkts. Dazu solle man den Kunden bereits möglichst früh in den Prozess einbeziehen, damit er Ideen und Anregungen einbringen kann. Doch auch im laufenden Prozess solle man möglichst mit Kunden zusammenarbeiten und sie als Co-Designer und Tester in die Entwicklung einbeziehen.
Ein Beispiel aus seiner Praxis an der FH Osnabrück ist der Ideenwettbewerb, der regelmäßig in Zusammenarbeit mit Firmen aus der Region durchgeführt wird. Dabei entwickeln Studenten zu einem vorgegebenen Thema Produkte und lernen dabei genau diesen Prozess kennen.

Auch wenn "Open Innovation" ein wichtiges Thema ist, dürfe man die "Closed Innovation" nicht außer Acht lassen betonte Prof. Barbara Schwarze, ebenfalls von der FH Osnabrück. Viele Unternehmer würden ihre eigenen Mitarbeiter unterschätzen, ihr Aufruf lautete daher: "Sie müssen die bereits im Unternehmen vorhandenen Potenziale heben."

Außerdem dürfe man sich nicht darauf beschränken, die Bedürfnisse der vorhandenen Zielgruppen zu ermitteln, sonder man müsse sich im Rahmen des gesellschaftlichen Wandels damit befassen, welche neuen Zielgruppen es gibt, welche Produkte für diese interessant sind und wie man sie anspricht.

Zum Abschluss des Abends fand eine Führung durch das Technikum der Firma Jung Pumpen statt, in dem die Produkte der Firma und ihre Funktionsweise erklärt wurden.

 

 

Bildzeile:
(v.l.): Prof. Thomas Derhake (Fachhochschule Osnabrück), Dr. Andrea Kaimann (pro Wirtschaft GT), Henning Horstbrink (Handwerkskammer OWL zu Bielefeld), Frank Erdt (Geschäftsleiter Vertrieb und Marketing, Jung Pumpen), Dr. Andreas Kämpf (Leiter Marketing, Jung Pumpen), Prof. Barbara Schwarze (Fachhochschule Osnabrück), es fehlt Jens Höwener (Innovationsmanagement, Jung Pumpen)

Ihre Ansprechpartnerin

Dr.-Ing. Andrea Kaimann

Tel.: 05241/851091

E-Mail: andrea.kaimann(at)pro-wirtschaft-gt.de.

Downloads

Die Vorträge stehen im Folgenden zum Herunterladen bereit:

 

Jens Höwener, Innovationsmanagement, Jung Pumpen

 

Prof. Thomas Derhake, Fachhochschule Osnabrück

 

Frau Prof. Barbara Schwarze, Fachhochschule Osnabrück

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