Rund 80 Gäste folgten der Einladung der pro Wirtschaft GT am 4. März und nahmen am zweiten Modul der Transferreihe zu dem Thema "Wachstum durch Innovation" bei arvato services im Verwaltungsgebäude An der Autobahn teil.

Zunächst wurden die Teilnehmer durch die Vereinigte Verlagsauslieferung (VVA) bei arvato services geführt, welche kürzlich ihr 50-jähriges Bestehen beging. "Beeindruckend war unter anderem die Besichtigung des Hochregallagers, in dem auf 60.000 Palettenplätzen bis zu 70 Mio. Einzelstücke auf ihre Auslieferung warten" stellt Dr. Andrea Kaimann, Organisatorin der Transferreihe bei der pro Wirtschaft GT fest.
Durch die sich der Führung anschließende Vortrags- und Diskussionsrunde führte Anette Traude, Mitarbeiterin der Forschungstransferstelle der Universität Bielefeld. Zunächst begrüßte Stephan Schierke, Geschäftsführer der arvato media GmbH, die Teilnehmer und stellte eines klar: "Nur durch Praxis kommt man zu Innovation". Albrecht Pförtner unterstrich diesen Punkt und betonte die Bedeutung arvatos für den Kreis Gütersloh: "arvato hat es geschafft, Dienstleistungen, die nicht mit der im Kreis Gütersloh vorhandenen Wirtschaftsstruktur verbunden sind, in hohem Umfang von außen in den Kreis Gütersloh zu holen und ist heute mit rund 9.000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Kreis Gütersloh."

"arvato erfindet sich alle fünf Jahre neu," stellt Dr. Marius Lissautzki, Head of Strategy bei arvato, zu Beginn seines Impulsreferates fest und erläutert die Wege, welche arvato bei der Generierung neuer, revolutionärer Geschäftsideen geht. So wurde bei arvato zunächst eine betriebsinterne Organisationsstruktur geschaffen, die sich aus zwei grundlegenden Bestandteilen zusammensetzt: Zum einen aus dem arvato innovation office (AIO), welches organisatorisch der Strategieabteilung angehört, und zum anderen aus rund 30 Innovation Coaches aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen, die vom arvato Vorstand nominiert werden. Das AIO stellt den KollegInnen Methodenkompetenz zur Verfügung. Die Innovation Coaches, besonders kreative und teamfähige Mitarbeiter, haben die Aufgabe, neue Ideen zu generieren und umzusetzen und Kollegen bei der Konkretisierung von Ideen zu unterstützen. "Wir sind überrascht, wie hoch die Nachfrage nach Instrumenten zum Beispiel zur Bewertung der Marktfähigkeit neuer Ideen ist" bemerkt Dr. Lissautzki. Seit Februar 2009 ist im arvato-Intranet auch eine Innovationsplattform frei geschaltet, auf der Mitarbeiter von arvato eigene Ideen einstellen können.
Der Fachvortrag von Prof. Dr. Gerhard Schewe, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre insbesondere Organisation, Personal und Innovation der Universität Münster unterstrich den Vortrag von Dr. Lissautzki. Die Institutionalisierung eines an die Unternehmensbedürfnisse angepassten Innovationsmanagements ist nach Auffassung von Prof. Schewe vorteilhaft. Am Beispiel des Arzneimittels Aspirin machte Prof. Schewe deutlich, dass Innovationen oder ihre Urheber während der Entwicklungsphase verschiedene Barrieren überstehen müssen: Die des Nicht-Wollens, Nicht-Könnens und Nicht-Dürfens. Zur Überwindung dieser Barrieren seien unterschiedliche Schlüsselpersonen in einem Unternehmen erforderlich. Auch seien unterschiedliche Sicht- und Denkweisen im Innnovationsprozess vorteilhaft. So müsse es auch Quertreiber geben, welche durch kritisches Hinterfragen der Idee zu einer umfangreichen Analyse derselben treiben. "Jedes Unternehmen muss aber selbst herausfinden, wie viel Organisationsstruktur nötig ist, ohne die Innovation zu behindern" so Prof. Schewe.
