
31 Unternehmen standen Ende November 2009 im Mittelpunkt der feierlichen Preisverleihung des Wettbewerbs "familie gewinnt", den die Bertelsmann Stiftung und der Kreis Gütersloh bereits zum zweiten Mal ausgelobt hatten. In fünf Kategorien wurde je ein Unternehmen ausgezeichnet, welches sich in besonderem Maße für seine Mitarbeiter engagiert und mit seinen Ideen, Konzepten und Maßnahmen Impulse für andere Betriebe im Kreis Gütersloh setzt.
Die Teilnehmer des Wettbewerbs, vom Kleinstbetrieb über mittelständische Firmen bis hin zu Großunternehmen, setzen sich aus den unterschiedlichsten Branchen zusammen und haben dennoch eine Gemeinsamkeit: Trotz Wirtschaftskrise setzen sie auf Familienfreundlichkeit. Denn gerade der verschärfte Existenzkampf und die Notwendigkeit, sich auf dem Markt zu positionieren, veranlassen die Unternehmen, neue Wege zu gehen. Einer davon ist Familienfreundlichkeit. Diese, das wurde im Verlauf des Wettbewerbs erneut deutlich, kann durch viele kleine Maßnahmen erreicht werden. Flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit eines gleitenden Wiedereinstiegs nach dem Mutterschutz oder Freistellungsregelungen für Notfälle sind bei allen Teilnehmern fast der Normalfall.
Sieben Unternehmen haben zum zweiten Mal mitgemacht
Dass sich allein sieben Unternehmen abermals am Wettbewerb beteiligten, zeigt, dass sie gerne wieder mit dabei waren, aber auch, dass es sich bei Familienfreundlichkeit nicht um einmalige Maßnahmen handelt, sondern um nachhaltige Prozesse, die laufend evaluiert und angepasst werden.
In seiner Begrüßungsrede betonte Landrat Sven-Georg Adenauer, Vorsitzender der Jury des Wettbewerbes, dass sich jeder der 31 Teilnehmer durch ein ganz besonderes Verhältnis zwischen Führungskraft und Mitarbeiter auszeichne, das geprägt sei von großem Verständnis für die privaten und familiären Anforderungen an den Einzelnen.
"Es war daher keine leichte Aufgabe für die Jury, die besten Beispiele auszuwählen. Gerade weil für unsere Wettbewerbsteilnehmer Familienfreundlichkeit nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, ist für uns jeder Einzelne ein Gewinner", so Adenauer. "Die Teilnehmer haben bewiesen, dass sich Familienfreundlichkeit trotz Wirtschaftskrise lohnt und ein Erfolgsmodell für Unternehmen in wirtschaftlich schweren Zeiten ist. Denn diese fortschrittliche Form der Unternehmensführung ermöglicht es, im harten Konkurrenzkampf um Fachkräfte und Kundenbindung zu bestehen. Dies ist ein wichtiges Signal für alle Unternehmen im Kreis Gütersloh, auch für diejenigen, die diesen Schritt noch nicht gewagt haben. Dieser zweite Wettbewerb hat ganz deutlich gezeigt, dass Familienfreundlichkeit unabhängig von Branche und Größe des Unternehmens mit ganz einfachen Mitteln machbar ist."
Verbundenheit mit dem Unternehmen stärken
"Ich freue mich sehr über die rege Teilnahme und dieses erneut beeindruckende Ergebnis unseres Wettbewerbs", so Liz Mohn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann Stiftung und Schirmherrin des Wettbewerbs. "Auch dieser zweite Wettbewerb zeigt, dass nicht nur die Mitarbeiter von einer familienfreundlichen Personalpolitik profitieren. Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist eine familienbewusste Personalpolitik zu einem wichtigen Erfolgsfaktor im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte geworden. Neben höherer Motivation und damit auch gesteigerter Effizienz fühlen sich die Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen viel stärker verbunden. Ich freue mich darauf, diesen Wettbewerb im Jahr 2011 erneut auszuloben."
Jedes der teilnehmenden Unternehmen erhielt ein Zertifikat als Anerkennung seines besonderen familienfreundlichen Engagements. Die Gewinner der jeweiligen Kategorien erhielten ein Preisgeld von je 2.500 Euro, zweckgebunden an die Investition in weiterführende familienfreundliche Maßnahmen. Dem Gewinner aus der Kategorie Großunternehmen wurde ein Gutschein über die Teilnahme an einem fünftägigen Leadership Training der Business Summer School der Bertelsmann Stiftung überreicht.
Unter den über 200 geladenen Gästen befanden sich auch hochrangige Angehörige des britischen Militärs, da sich die Versorgungseinheit GLSU (Gütersloh Labour Support Unit) ebenfalls am Wettbewerb beteiligt hatte und ein Sonderzertifikat erhielt.
Und so zieht auch Carina Stöckl, die Koordinatorin des Lokalen Bündnisses für Familie im Kreis Gütersloh, das den Wettbewerb durchgeführt hat, eine positive Bilanz: "Wir haben festgestellt, dass Familienfreundlichkeit hier im Kreis Gütersloh zunehmend auch in männerdominierten Betrieben als wichtiges Thema wahrgenommen und umgesetzt wird. Das Verständnis für familiäre Belange - gerade auch der Männer- wird immer größer, so dass auch Väter zunehmend mehr als zwei Monate Elternzeit in Anspruch nehmen. Auch wird immer häufiger Karriere in Teilzeit gefördert und umgesetzt. Ich freue mich sehr über diese vielen positiven Beispiele und stehe interessierten Unternehmen bei Fragen zur Einführung und Umsetzung familienfreundlicher Maßnahmen natürlich sehr gerne zur Verfügung."
1. Kategorie: Salon Stilo, Verl (Friseursalon)
2. Kategorie: ProDEKon, Gütersloh (Metallverarbeitender Betrieb)
3. Kategorie: Hagedorn GmbH, Gütersloh (Abbruch- und Entsorgungsunternehmen)
4. Kategorie: Grauthoff Türengruppe GmbH, Rietberg-Mastholte
5. Kategorie: Kläranlage Steinhagen
Kategorie 1: 4 Kleinstunternehmen (bis zu 10 Mitarbeiter)
Kategorie 2: 10 kleine Unternehmen (bis zu 50 Mitarbeiter)
Kategorie 3: 4 mittlere Unternehmen (bis zu 250 Mitarbeiter)
Kategorie 4: 6 Großunternehmen (ab 251 Mitarbeiter)
Kategorie 5: 7 Körperschaften des öffentlichen Rechts/nicht erwerbswirt-schaftlich ausgerichtete Unternehmen
Laden Sie hier die Broschüre zum Wettbewerb, in der alle Teilnehmer vorgestellt werden, als pdf-Dokument herunter (ca. 6,7 MB).