
16. September 2010, Autohaus Mense, Gütersloh
Elektromobilität ist ein Zukunftsthema, doch Elektroautos sind keine neue Erfindung mehr: Schon im 19. Jahrhundert gab es die ersten Fahrzeuge, die mit Strom betrieben wurden.
Doch gerade heute, in Zeiten von Klimawandel, der Diskussion um CO2-Ausstoß und die Endlichkeit fossiler Brennstoffe, ist das Thema Elektromobilität aktueller denn je. Dass dieses Thema auch von großem Interesse für die Automobilindustrie, Autohäuser und Werkstätten ist, zeigte die Veranstaltung "Elektromobilität", zu der die pro Wirtschaft GT im Rahmen der Veranstaltungsreihe "solutions" gemeinsam mit der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld eingeladen hatte. Rund 90 Interessierte kamen ins Autohaus Mense, um sich über Chancen und Herausforderungen der Elektromobilität zu informieren. "Die Teilnehmerzahlen und die angeregten Diskussionen während der Veranstaltung haben gezeigt, dass die Elektromobilität im Moment bei vielen Thema ist", freuen sich Dr.-Ing. Andrea Kaimann von der pro Wirtschaft GT und Henning Horstbrink von der Handwerkskammer.

Den Anfang machte Rainer Brüggemann-Heuter von Volkswagen mit seinem Vortrag zu künftigen E-Mobilitätskonzepten bei VW. "Seit 1970 ist der Elektroantrieb wieder Thema bei VW", erklärte er. Ein Grund dafür sei neben dem Klimawandel auch die Kundennachfrage. Die Infrastrukturthemen wie der Aufbau eines Ladestationennetzes oder einheitliche Stecker für alle Autos sei eine Gemeinschaftsaufgabe - daran müsse Volkswagen gemeinsam mit anderen Herstellern arbeiten.
Die Infrastruktur für E-Mobilität ist auch ein Thema für die Stadtwerke Gütersloh. "Geht man nach der Strategie der Bundesregierung, dass bis zum Jahr 2020 zwei Prozent aller Fahrzeuge in Deutschland Elektrofahrzeuge sein sollen, bedeutet das für Gütersloh rund 1.200 Fahrzeuge. Für den Anfang bräuchten wir 20 Ladestationen im Stadtgebiet", erklärte Uwe Pöppelmann von den Stadtwerken. Die Stadtwerke beschäftigten sich momentan zum Beispiel mit dem Aufbau einer öffentlichen Ladestruktur. Priorität habe dabei das intelligente Stromnetz "Smart Grid".

Will man den Energiebedarf eines Autos senken, kommt schnell die Bauweise des Fahrzeugs ins Spiel. Deshalb stellte Prof. Dr. Thomas Tröster von der Universität Paderborn "Neue Werkstoffkonzepte und Auswirkungen auf die Zuliefererindustrie" vor. "Das Leergewicht der Autos ist in den letzten Jahren immer weiter gestiegen", sagte er. Deshalb sei es sinnvoll, über Alternativen zum Stahl für den Fahrzeugbau nachzudenken. Gerade ein Materialmix aus Stahl, Aluminium und kohlefaserverstärktem Kunststoff ergebe eine gute Kombination aus geringerem Gewicht und gleichzeitig hoher Stabilität.

Was die Elektromobilität für das Kfz-Handwerk bedeutet, darüber berichtete Ralf Bretschneider vom Handwerksbildungszentrum Lemgo. Bei den Herausforderungen für die Werkstatt spielt vor allem die Arbeitssicherheit eine große Rolle. Denn durch die Hochvoltbereiche im Auto sind die Kfz-Mechatroniker einem größeren Risiko bei Reparaturen ausgesetzt. Inzwischen sind sowohl für ausgebildete Mechatroniker als auch für Servicemitarbeiter spezielle Qualifizierungen nötig, damit diese an Elektrofahrzeugen arbeiten dürfen.

Bildzeile:
(v.l.): Matthias Mense (Autohaus Mense), Prof. Dr. Thomas Tröster (Universität Paderborn), Dr. Andrea Kaimann (pro Wirtschaft GT), Rainer Brüggemann-Heuter (Volkswagen), Ralf Bretschneider (Handwerksbildungszentrum Lemgo), Uwe Pöppelmann (Stadtwerke Gütersloh) und Henning Horstbrink (Handwerkskammer Bielefeld)
Dr.-Ing. Andrea Kaimann
Tel.: 05241/85-1091
E-Mail: andrea.kaimann(at)pro-wirtschaft-gt.de
Prof. Dr. Thomas Tröster, Universität Paderborn
Uwe Pöppelmann, Stadtwerke Gütersloh
Ralf Bretschneider, Handwerksbildungszentrum Lemgo