Hier können Sie die Nachberichte aller Veranstaltungen in 2012 abrufen:

Russland ist Teil Europas
Orthodoxe Kirche in Russland: Fremd und doch faszinierendKreis Gütersloh. Im Rahmen der Europawoche referierte Dr. Johannes Oeldemann, Direktor am Johann-Adam-Möhler-Institut, über Historie und Perspektiven der orthodoxen Kirche in Russland. Eingeladen hatten das Forum Russische Kultur e.V. und das Europe Direct Informationszentrum Kreis Gütersloh. Franz Kiesl, erster Vorsitzende des Forums Russische Kultur, stellte in seiner Begrüßung den europäischen Zusammenhang her: ?Russland ist zwar kein Mitglied der Europäischen Union, aber es ist ein europäisches Land ? uns verbindet unter anderem das Christentum.? Nikola Weber vom Europe Direct Informationszentrum unterstrich die Rolle, die Deutschland als Bindeglied zwischen Russland und der Europäischen Union inne habe. Der fachlich brillante Vortrag, den Dr. Johannes Oeldemann im Anschluss hielt, ging auf Basis der historischen Entwicklung des orthodoxen Christentums in Russland auf die Rolle der orthodoxen Kirche heute ein. Positiv wurde insbesondere die neue Annäherung im Rahmen des ökumenischen Dialogs bewertet.

Die Europawoche 2012 wurde am 04.05. im Kreishaus Gütersloh mit Unterstützung von Europaparlamentarier Elmar Brok eröffnet. Zum dritten Mal findet eine Europawoche im Kreis Gütersloh statt. In diesem Jahr steht sie unter dem Motto "Unsere Zukunft Europa."
"Damit greift das Europe Direct Informationszentrum einerseits die berechtigte Sorge vieler Bürgerinnen und Bürger um die Zukunft Europas auf, andererseits werden klare Perspektiven für eine starke Europäische Union aufgezeigt", begrüßte Landrat Sven-Georg Adenauer das Motto, unter dem viele Akteure der lokalen Europa-Arbeit die Europawoche gestalten.
Nachdem Nikola Weber vom Europe Direct Informationszentrum Kreis Gütersloh die offizielle Wachstumsstrategie 2020 der Europäischen Union vorgestellt hatte, übernahm es Elmar Brok, die aktuelle Situation der EU zu analysieren und Visionen für die Zukunft abzuleiten. Es sei jetzt wichtig, konzentriert an der Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Union zu arbeiten, Strukturveränderungen herbeizuführen und Ungleichgewichte im europäischen Währungsraum zu beheben. Auch Bundestagsmitglied Ralph Brinkhaus und Finanzfachmann in seiner Fraktion, sprach sich für die konsequente Konsolidierung der Staatshaushalte als Basis für eine starke Europäische Union aus. In die fernere Zukunft blickend erteilte Elmar Brok der Vision der Vereinigten Staaten von Europa eine Absage. Die EU sei ein Gebilde aus gewachsenen Nationalstaaten mit eigener Historie und Kultur. Die Nationalstaaten sollen nach Broks Auffassung auch zukünftig die Träger von Identität bleiben. Doch stehen Nationalstaaten und Europa nach Auffassung von Elmar Brok nicht in Konkurrenz.
Prof Dr. Thilo Harth von der FH Münster und Mitglied im Team Europe griff diese Vision von Europa auf und erinnerte daran, dass die Europäische Union das Friedensprojekt auf dem europäischen Kontinent sei. Leider wird dieser Aspekt insbesondere bei der jüngeren Bevölkerung als Selbstverständlichkeit wahrgenommen. Harth bot die Vision von Europa als kooperative Weltmacht, die auf Basis von Aushandlungsprozessen zu besten Lösungen komplexer Probleme kommt, als Zukunftsmodell an.

Der Mann ist viel unterwegs gewesen in den letzten Tagen: In Witten, Essen oder Dortmund hat er in Kirchen, Alten-WGs oder vor Seniorenbeiräten gelesen oder gesprochen. In Gütersloh hat Dr. Henning Scherf sein Publikum im Kreishaus gefunden. Rund 350 Menschen waren gekommen, um sich vom ehemaligen Bremer Bürgermeister und Deutschlands ?berühmtesten Alten? inspirieren zu lassen. ?Es sind nie Jammer-Veranstaltungen, die ich erlebe. Ich entdecke neugierige Menschen, die mit dem Alter positiv umgehen möchten?, sagte Scherf.
Eine Lesung aus seinem aktuellen Buch "Wer nach vorne schaut, bleibt länger jung" war für Gütersloh angekündigt. Doch Scherf entschied sich spontan dazu, sein Publikum mit Anekdoten aus seinem Leben zu begeistern und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Der Austausch, die Diskussion, die Nähe zum Publikum ? das liegt dem 75-Jährigen. Seine Botschaft: Nicht jammern ? machen. Nach der Berufstätigkeit ist das Leben nicht vorbei. Jetzt habe man erst recht die Möglichkeit, sich zu engagieren. "Jeder muss sein Leben selbst gestalten, zwischen Menschen sein, Lebendigkeit erleben", ist er überzeugt.
Scherf war auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung und des Europe Direct Informationszentrums Kreis Gütersloh nach Gütersloh gekommen. Die Veranstaltung war für das Europe Direct der Auftakt des Europäischen Themenjahrs des aktiven Alterns und der Solidarität der Generationen.
Lesen Sie hier die Pressemitteilung zu dieser Veranstaltung.